Selbstversorgung statt Supermarkt

Mit dem Thema Selbstversorgung haben sich bestimmt schon einige von Euch auseinander gesetzt und bereits erste Schritte gemacht. Ich komme aus einer Selbstversorger Familie und ich muss sagen, dass die Qualität des Essens mit nichts zu vergleichen ist, was man im Supermarkt kaufen kann. Meine Eltern dachten sich dennoch, zumindest uns Kinder eine bessere Zukunft zu ermöglichen und wanderten aus Ost-Europa nach Deutschland aus. Das war vor über 20 Jahren. Politisch korrekt gehören wir zur Gruppe der Spätaussiedler bzw. Banater-Schwaben (auch Rucksack-Deutsche genannt) aus Rumänien. In den 90er Jahren ist fast unsere ganze Familie nach Deutschland ausgewandert, was unsere Entscheidung deutlich beeinflusste. Den Kommunismus bzw. Sozialismus unter Ceaucescu (Mehr dazu bei Wikipedia) überlebte die Generation entweder durch wichtige Kontakte (Vitamin B) oder durch Selbstversorgung, zumindest auf dem Land.

Theoretisch hatten wir alles was wir zum Leben gebraucht haben, doch jeder wollte mehr. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus hatten wir die Freiheit zu Leben auf Pump. Diese Einstellung war vorher nicht möglich. Ein Kredit bekam man lediglich für den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung und in Ausnahmefällen für ein Auto, was damals eine DACIA war oder ein importierter Trabant. Die dazugewonnene Reisefreiheit war auch gleichzeitig eine Völkerwanderung. Jeder der irgendwo im Ausland Verwandte hatte, verließ das Land mit dem nötigsten.

Selbstversorgung wird in Rumänien Groß geschrieben
Ein Pferd in der Wildnis

Die Selbstversorgung näher betrachtet

Was braucht ein Mensch eigentlich um gut Leben zu können? Ein Dach über dem Kopf, ausreichend Lebensmittel und ein Hobby. Essen ist natürlich essentiel, kann jedoch bei gutem Boden selbst angebaut werden. Vor allem Gemüse wie Kartoffel, Paprika, Tomaten, Zwiebel, Knoblauch und Bohnen können ohne weiteres im eigenen Garten wachsen. Richtig viel Platz benötigt man nicht, wenn man es richtig anstellt. Mehr Boden braucht man für Mais und Getreide, wobei das wiederrum Nahrung für Tiere abwirft. Mais eigent sich hervorragend  um ein paar Hühner zu füttern. Dadurch züchtet man sein eigenes Fleisch und erhält zusätzlich Eier. Essensreste können an Schweine verfüttert werden, womit eine weitere Fleischquelle zur Verfügung steht. Ist ein Fluss in der Nähe, kann man seine Zeit mit Angeln vertreiben, allerdings nur wenn man nicht auf den Fisch angewiesen ist. Oft ist es ja so, dass man tagelang nichts fängt. Die hier aufgeführten Möglichkeiten erfordern natürlich die passende Umwelt. Gartenarbeit ist Fleißarbeit. Mann kann auch sagen: ohne Fleiß, kein Preis.

Die Bio-Tierzucht

Für einen normalen Haushalt muss keine Massentierhaltung betrieben werden. Als Start kann man sich vier bis fünf Hühner und einen Gockel halten. Diese werden mit dem Mais gefüttert, den man anbaut. Chemikalien müssen nicht unbedingt zum Einsatz kommen, da sie später sonst in der Nahrungskette weiter gegeben werden und schliesslich bei uns landen. Dafür baut man am besten ein Gehege bzw. einen sicheren Unterschlupf. Gerade in den Bergen und in den Wäldern lauern Fressfeinde auf Beute. Das Ei ist ein wichtiger Eiweisslieferant für den Körper und zwar von wirklichen freilaufenden Hühnern. Wem das an Fleisch nicht reicht, kann sich zusätzlich ein bis zwei Schweine halten. Aus Erfahrung weiss ich, dass diese verrückt nach Kartoffelschalen und anderen Essensresten sind. Dadurch verschwendet man nichts. Selbst die Kacke, auf gut deutsch gesagt, kann man auf die Felder streuen und hat so einen natürlichen Dünger und eine ertragreichere Ernte zugleich. Garten, Felder und Tierhaltung verursachen einen Menge Arbeit. Man sollte nicht nur motiviert, sondern auch fit sein.

Die Vorteile zusammengefasst:

  • Bio-Gemüse
  • Bio-Fleisch
  • autark

Dafür muss man jedoch Arbeit und Zeit investieren!

Der Vergleich mit einem Supermarkt

Wie wir alle wissen werden unsere Lebensmittel über den halben Globus transportiert, denn wir möchten es möglichst günstig. Da beginnt schon der Denkfehler! Eigentlich sind wir Konsumenten schuld, dass diese benötigt werden. Die Unternehmen im Lebensmittelbereich wollen natürlich die eigenen Kosten senken bzw. gering halten um die günstigen Preise anbieten zu können. Die Verlierer sind also WIR. Wenn sich an unserem Bewusstsein in Zukunft nichts ändert, wird das auch so weiter gehen. Um aber überhaupt erstmal an die Lebensmittel zu kommen, brauchen Wir Geld, welches Wir uns durch Arbeit verdienen. Bis jetzt erkenne ich lediglich die Nachteile eines Supermarktes. Was wir jedoch nicht selbst produzieren können, sind wichtige Utensilien, ob im Haushalt, Garten oder im Hobby. Wer allerdings einen Full-Time-Job hat, kann sich mit Selbstversorgung und Tierzucht aus zeitlichen Gründen kaum befassen, womit ihm nur das Einkaufen im Supermarkt bleibt.

Fazit

Wer sich ein Leben auf dem Land bzw. auf einem Hof vorstellen kann, der kann, vorausgesetzt die Umwelt spielt mit, mit dem Thema Selbstversorgung auseinander setzen. Wer diese Möglichkeiten nicht hat oder lieber im Büro sitzt, bleibt nur der Gang in den Supermarkt.

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2 Kommentare bei „Selbstversorgung statt Supermarkt“

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