Pilgern auf dem Jakobsweg in Spanien

Auf dem Jakobsweg in Spanien von Viktoria-Gasteiz nach Santiago de Compostela in nur 19 Tagen. Der wohl bekannteste Pilgerweg der Welt erfreut jährlich hunderttausende Besucher bzw. Pilgerer. Es gibt mehrere Wege nach Santiago de Compostela. Ich habe mich für den urigen Jakobsweg entschieden. Die Strecke war um die 700 Kilometer lang, also nichts für Spaziergänger. Mit dem Zelt und meinem vollgepackten Rucksack pilgerte ich im Schnitt 30 km täglich. Die letzten 100 km ging es mit Vollgas in Richtung Santiago. Die Belohnung war in greifbarer Nähe: 2 Wochen entspannen am Mittelmeer.

Weise Sprüche auf dem Jakobsweg durch Spanien
Wahrer Spruch auf dem Jakobsweg

Teil 1 Start in Viktoria Gasteiz

In meinem Blog nomadentum habe ich einen ausführlichen Bericht über meine Erfahrungen auf dem Jakobsweg im jahr 2018 geschrieben. In diesem Artikel mache ich eine kleine Zusammenfassung davon, natürlich mit den besten Fotos vom Camino de Santiago. Ich startete Anfang August bei fast 40 Grad im Norden Spaniens. Um den Geist des Jakobswegs voll zu spüren, entschied ich mich zu zelten. Man muss dazu sagen, dass Zelten generell in Spanien verboten ist. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Befolgt man jedoch ein paar Regeln, hat niemand etwas dagegen, wenn man sein Zelt irgendwo in der Pampa aufstellt. Das sah dann so aus

Pilgerer neben Zelt auf dem Jakobsweg in Spanien
Unendliche Freiheit beim Zelten auf dem Jakobsweg

Pilgerer mit Handzeichen neben Zelt
Glücklich beim Beginn des Jakobsweges

Ein verirter Käfer im Zelt eines Pilgerers
Blinder Passagier im Zeltinneren

Meinen ersten Besucher hatte ich ebenfalls am folgenden Morgen an der Zeltwand. Der blinde Passagier hatte es irgendwie am Vorabend ins Zelt geschafft, ohne das ich etwas davon mitbekommen hätte.

Bunte Farben dominiert diese Landschaft auf dem Jakobsweg
Landschaft in der Gegend von Viktoria-Gasteiz

Europas bekanntester Pilgerweg in Spanien
Die ersten Kilometer auf dem Jakobsweg in Spanien

Landschaftsfoto aus der Region Vikoria-Gasteiz in Spanien
Am Start des Jakobswegs

Jedes noch so kleine Dorf in Spanien hat auch eine Kirche
Eine Kirche in einem kleinen Dorf

Zelten im Schutz der Kirche
Zelten im Kirchenhof – Jakobsweg 2018 durch Spanien

Heissluftbalone schweben über einem Feld in Spanien
Zwei Heissluftbalone schweben über dem Jakobsweg

Gruppe kleiner Hunde begrüßen die Pilgerer auf dem Jakobsweg
Das Hunde Chor

Wegmarkierung auf dem Jakobsweg in Spanien
Die Jakobsmuschel zeigt Pilgerern den Weg

Wer einen Kompass hat, findet schnell die Orientierung auf dem Jakobsweg durch Spanien
Ein Kompass als Orientierung auf dem Jakobsweg

Wegmarkierung und Motivation auf dem Jakobsweg
Do it with Love – Tu es mit Liebe

Dekorierte Sonnenblumenfelder am Wegesrand
Witzige und kreative Arbeiten eines Sonnenblumenfeldes auf dem Jakobsweg

Teil 2 in Richtung Burgos

Die Etappe war sehr farbenfroh und die Vegetation abwechslungsreich. Pilgerer traf man anfangs nur sehr wenige. Die meisten gehen den Jakobsweg im Frühling und im Herbst. Die Temperaturen mitten im Sommer liegen in Spanien im Schnitt bei 35 Grad. Mit Gepäck fühlt es sich an wie in einer Sauna, vor allem wenn man kaum Schattenplätze findet. Man erfreute sich somit um jeden Baum und Unterstand um sich etwas von den Strapazen zu erholen. Frisches Wasser bekam man an den unzähligen Brunnen, die man unterwegs vor fand.

Wer den Jakobsweg geht, wird mit schönen Landschaften belohnt
Landschaftspanorama aus Spanien

Neben Solarenergie setzt man auch auf Windkraft in Spanien
Windkraftanlagen am Horizont

Zeit für eine Pause auf dem Jakobsweg in Spanien
Wasserflasche auf dem Jakobsweg

Alte Kirche auf dem Jakobsweg
Bekannte Kirche im Ortskern

Die Jakobsmuschel und ein Wanderschuh gibt die Richtung an
Dieser Pilgerschuh markiert den Jakobsweg

Schöner Sonnenuntergang in Spanien
Sonnenuntergang auf dem Jakobsweg 2018

Die Hitzewelle ließ ein bisschen nach, was das Vorankommen sehr erleichterte. Die täglichen Etappen von 35 km waren damit kein Problem. Nach einer Woche unterwegs, entschied ich mich für eine günstige Herberge, um die Klamotten, die ich sonst nur mit Hand gewaschen habe, einmal in die Waschmaschine zu stecken. Ein Bett und feste Wände waren Luxus. Das Schlafen in den Herbergen gestaltete sich jedoch schwierig. Wie in Sardinendosen gequetscht, lag ein Pilgerer neben dem anderen. Nachts herrschte natürlich ein Schnarch-Konzert vom feinsten. Am nächsten morgen ging es nach einem reichlichen Frühstück weiter. Fortan war das Zelt meine ruhige Unterkunft. Der Auf- und Abbau war inzwischen Routine, die Griffe in minuten angesetzt und schon ging es weiter.

Pilgern auf dem Jakobsweg in Richtung Leon

Diese Region ist meiner Meinung nach sehr langweilig. Man sieht nur Weizenfelder in gelb braunen Tönen, kaum Steigung und nur selten ein Schattenplatz.

Markierung auf einem Stein zeigt die Entfernung zum Ziel des Jakobswegs in Santiago de Compostela
Nur noch 307 km bis Santiago de Compostela

Dieses Märchenschloss kann sich sehen lassen
Märchenschloss mitten in einer spanischen Stadt

Hoher Kirchenturm in einer spanischen Altstadt
Kirchenturm auf dem Pilgerweg durch Spanien

Kirchengebäude in Spanien
Interessante Architektur entlang des Jakobswegs

Die Höhe dieser Burgmauer lässt sich nur schwer schätzen
Hohe Burgmauer schützte einst vor Feinden

Flachland in der Region Burgos

Wenig Steigung erwarten die Pilgerer

Gelb bis braun dominieren diese Landschaft im Herzen von Spanien
Trockene und heisse Wüstenlandschaft

Kreuz aus Beton dient als Markierung

Lichtmomente eingefangen als Pilgerer auf dem Jakobsweg
Zeit für etwas Kunstfotografie auf dem Jakobsweg

Schöne Jakobsmuschel mitten in einer spanischen Stadt
Die Jakobsmuschel in gold

Wegmarkierung auf dem Jakobsweg
Doppelt hält besser – gelber Pfeil weist die Richtung für Pilgerer des Jakobsweges in Spanien

Die Städte und Dörfer in Leon waren dafür umso gastfreundlicher. Die Menschen treten Pilgerer mit Rat und Tat immer zur Seite. Am wenigsten Unterstützung bekam man von der Kirche. Hier wurde man nur als zahlender Kunde gern gesehen. Ich holte zwar meine Stempel dort ab, hinterließ allerdings kaum Spenden, da meiner Meinung nach, die Kirche ohnehin schon genug Geld hat.

Die Region Ponferrada

Hat man Leon erstmal durchquert nähert man sich Ponferrada, bevor man dem Endziel Galizien ansteuert. Es war nun bereits die zweite Woche und mehr als die Hälfte war geschafft. Wegmarkierungen motivierten die Pilgerer immer mehr. Abends im Zelt erholte ich mich von den täglichen Strapazen und telfonierte mit meiner Familie und meinen Freunden, die mir Mut zusprachen. Gesprächspartner fand man nun mehr als am Anfang des Jajobswegs. Es war interessant zu beobachten, woher all die Pilgerer kamen und was ihre Motivation war den Jakobsweg zu gehen. Viele gingen diesen Weg nicht zum ersten mal.

Bunte Landschaft und Panorama
Aussicht von oben die Landschaft

Die Temperaturen sind sehr hoch im August in Spanien
Wolkendecke schützt vor heissen Temperaturen

Bunte Landschaftsfotografie auf dem Jakobsweg in Spanien
Blick auf die benachbarten Berge

Landschaftsbilder vom Jakobsweg sind für einen Naturfotografen die beste Belohnung

Schmaler Steinweg führt zum Gipfel eines Berges

Pilgerweg in Spanien

Bergab macht das pilgern noch mehr Spaß

Fantastische Farben zeichnen die Landschaft

Hochkannt Panorama vom Jakobsweg in Spanien
Panorama

Endlich in Galizien

Die letzten 150 km waren angebrochen. Steigungen waren an der Tagesordnung. Die Temperaturen stiegen ebenfalls. Ich konnte mir die tägliche Etappe jedoch gut einteilen und schonte meine Kräfte. Ich machte mehr Pausen und nutzte diese um Fotos auf dem Jakobsweg zu machen. Schließlich sollte das fotografieren selbst beim pilgern nicht zu kurz kommen.

Keine Wolke am Himmel an diesem sonnigen Tag auf dem Pilgerweg
Turm mit wolkenlosem Himmel

Kirchenuhr zeigt fast 12 Uhr an
Kurz vor Mittag auf dem Jakobsweg

Wandmalerei zeigt vermummte Pilgerer

Landschaftsfotografie vom jakobsweg in Spanien
Ähnlich wie in der Toskana

Weintrauben Anbau nahe dem Pilgerweg

Landschaftsfotografie live vom Jakobseg

Endlich ein Schattenplatz

Landschaftspanorama bei gutem Wetter

Kleine Kirche im Schatten der Bäume

Grafitty macht auch in Spanien kein Halt
Wandmalerei an einem verlassenen Gebäude

Pilgerweg zur Abendstunde

Weintrauben Gebiet entlang des Jakobswegs

Betonmauer schützt vor neugierigen Blicken

Die Jakobsmuschel als Verzierung auf einer Brücke

Hoch und runter ging es auf dem letzten Teil des Jakobswegs
Endlich Steigung!

Nur noch 160 km bis Santiago de Compostela

Wegmarkierung auf dem spanischen Jakobsweg

Santiago de Compostela

Galizien hat mir am meisten gefallen als Region. Wandern macht dort richtig viel Spaß und die Kamera ist ständig im Einsatz. Landschaftsbilder  aus Spanien kann man nicht genug bekommen. Der berühmteste Pilgerweg der Welt ist auch gleichzeitig der Sicherste. Man muss keine Angst haben um seine Sachen oder ausgeraubt zu werden. Die Menschen begegneten mir mit Respekt und waren sehr neugierig. Kurze Smalltalks und weiter ging es…

Landschaftsaufnahme aus Spanien

Einsame Bank auf dem Gipfel eines Berges

Gipfelbesteigung und Panorama

Leichter Nebel

Am Rande eines Pilgerweges

Landschaftsfotografie

Blick ins Tal

Sammlung von Jakobsmuscheln in einer Oase

Hinweisschild – Bitte keine Hunde mitnehmen!

Brunnen mit Trinkwasser entlang des Jakobswegs

Über diese Brücke in Ponferrada muss jeder Pilgerer gehen
Die Brücke von Ponferrada

Leider kein Badesee

Das letzte Dorf vor Santiago de Compostela

Traditionelle Bauweise in Galizien

Estrella Galizia – das leckerste Bier Spaniens

Detailaufnahme

Moos Kultur auf einer Felswand

Moosteppich entlang des Pilgerwegs

Kletterpflanze und gleichzeitig Parasit eines Baumes

Welche Spinnenart hier wohl haust?

Zeit um Land und Leute kennen zu lernen sollte man auf dem Jakobsweg mitbringen. In der Regel verbringt man vier bis fünf Wochen auf der Pilgerreise. Die Einrücke und Emotionen, die man dabei erlebt sind nicht in Worte zu fassen. Ich empfehle jedem einmal in seinem Leben den Jakobsweg zu gehen. Es ist eine einmalige Erfahrung, an die man sicherlich lange zurück denkt. Allein schon die Bewältigung dieser langen Strecke  ist ein sportliches Meisterwerk. Die letzte Woche fand jeden Tag ein Marathon statt. Die täglichen Etappen erhöhte ich auf 40 Kilometer. Mein Rekord betrug ganze 53 Kilometer, am Vorabend bevor ich Santiago de Compostela erreichte. Es war wahrscheinlich das Adrenalin, was mich antrieb, gefolgt vom Willen das Ziel zu erreichen.

Die letzten Kilometer auf dem Jakobsweg

Baum Design

Typisches Haus in Galizien

Traditionelle Baukunst in Galizien

Kirchenturm

Eingang zu einer alten Kirche

Ortsschild am Ende des Jakobswegs
Am Berg Gozo (Mone do Gozo)

Bekannte Statue am Berg Gozo

Steinmarkierung

Der Schatten eines Pilgerers auf dem Jakobsweg

Die Stadtgrenze von Santiago de Compostela war erreicht. Nur noch einmal quer durch die Stadt um die Katedrale zu besuchen um den Segen zu erhalten. Das Gefühl endlich am Ziel zu sein, war unbeschreiblich. Mein Körper strahlte Glücksgefühle aus, die so noch nie da waren. Man nennt das wohl den Geist des Heiligen Jakobs. Danke an dieser Stelle für diese Erfahrungen. Ich bin zwar nicht super religiös, doch ich glaube! Ich bin eher spirituell.

Zu guter letzt noch ein paar Momentahmen mit dem Smartphone, welches ich nur selten nutzte.

Eine spanische Wurst, Käse, Baguette und dazu ein San Miguel Bier zu Beginn des Jakobswegs
Mein erster Tag auf dem Jakobsweg begann mit einem spanischen Mittagessen

Am zweiten Tag auf dem Jakobsweg

Hinweisschild zur Orientierung

Spiegelung am frühen morgen im See

Kaum Verkehr auf dieser Straße

Das Wort Liebe wurde hier mit Steinen geschrieben
Steinkunst und Message für die Menschheit – LOVE

Pausenzeit auf dem Jakobsweg
Entspannen in der Hängematte musste sein

Die indianische Oase

Kathedrale in einem spanischen Ort entlang des Jakobswegs

Mit diesem Spruch begrüßt man Pilgerer auf dem Jakobsweg
Buen Camino

Hinweis über die Steigung
18 % Steigung auf dem Jakobsweg

Mystische Wolken

Baukunst

Wäsche hängt zum trocknen in der Sonne
Wäschetag auf dem Jakobsweg

Ein Pilgerer auf einem Einfahrtstor

Pilgerer des Jakobswegs macht ein Selfie
Selbstporträt eines Pilgerers

Das Stempelheft eines Pilgerers

Pilgerer Statue entlang des Jakobswegs

Parkplatz einer Herberge auf dem Jakobsweg

Camino de Santiago – endlich in Galizien

Festmahl unter freiem Himmel

Jakobsweg mit Pferd

Stempelheft eines Pilgerers

Botschaft an die Pilgerer des Jakobswegs auf spanisch

Die Katedrale von Santiago de Compostela

Leider hatte ich mein Weitwinkel Objektiv nicht dabei und konnte die Katedrale nur mit meinem Smartphone fotografieren. Als Erinnerung sind diese Fotos besser als gar keine zu haben. In Erinnerung bleibt der Jakobsweg wohl für immer gespeichert. Das nächste mal wohl mit dem Rad und meinem Hund. Da kann ich auch mehr Ausrüstung mitschleppen ohne mir den Rücken kaputt zu machen. Auch in Zukunft werde ich mich für zelten entscheiden. Das ist meiner Meinung nach die beste Unterkunft. Ich mag die Natur und fühle mich ihr sehr verbunden.

Endlich am Ziel des Jakobswegs in Santiago de Compostela
Ortsschild von Santiago de Compostela

Blick auf die Katedrale Santiago de Compostela
Die Katedrale von Santiago de Compostela

Menschen vor der Katedrale in Santiago de Compostela
Die Pilgerreise endet in Santiago de Compostela

Fazit

Der Jakobsweg ist und bleibt eine besondere Erfahrung, die einem viel Kraft und Segen gibt für das ganze Leben.

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